31 März 2009

Super Size Me

Donnerstag, 9. April 2009 um 21.00 UhrARTE
Die sprichwörtliche Fettleibigkeit der Amerikaner nimmt der Regisseur Morgan Spurlock zum Anlass für einen masochistischen Selbstversuch: Einen Monat lang isst er nur bei McDonald's, mit der Auflage, nichts übrig zu lassen ...Mehr als ein Drittel der amerikanischen Kinder und Jugendlichen hat Gewichtsprobleme. Bei den Erwachsenen leiden sogar zwei Drittel unter Übergewicht oder Fettsucht. Warum sind viele Amerikaner so fett? Häufig werden dafür die Fast-Food-Ketten verantwortlich gemacht, doch Schadensersatzklagen krankhaft übergewichtiger Verbraucher wurden mangels Beweisen mehrfach abgeschmettert.

Morgan Spurlock will mehr in Erfahrung bringen über die Folgen dieser Ernährung und die Auswirkungen von Junkfood auf die Gesundheit. Er befragt dazu Fachleute in über 20 Städten der USA, von New York bis Houston: einen ehemaligen Gesundheitspolitiker, Fitnesstrainer, Schulkantinenköche, Marketingprofis, Rechtsanwälte und Lobbyisten.
Während seiner Nachforschungen entscheidet sich Morgan Spurlock für einen Selbstversuch: Er wird unter fachkundiger Überwachung durch drei Ärzte 30 Tage lang ausschließlich bei McDonald's essen und in dieser Zeit möglichst oft mit dem Taxi fahren, um höchstens 5.000 Schritte täglich zurückzulegen - die durchschnittliche Gehstrecke eines Amerikaners.
Seine selbst auferlegten Regeln: Frühstück, Mittag- und Abendessen müssen täglich bei McDonald's eingenommen werden. Jedes Gericht auf der Karte muss mindestens einmal gegessen werden. Keine Ausnahmen. Gegessen wird nur, was es bei McDonald's gibt. Wasser darf dort getrunken werden. Super-Size-Menüs, die extragroße Variante, müssen immer dann gegessen werden, wenn sie ihm von den Mitarbeitern am Counter angeboten werden.
In den 30 Tagen nimmt er 13 Kilogramm zu. Die Ärzte raten ihm zum vorzeitigen Abbruch des Experiments, doch er ist fest entschlossen, es bis zum Ende durchzustehen ...

Spurlocks Film, eine Mischung aus subjektiver Kritik und harter Recherche, Reality-TV, trashigem Tagebuch und masochistischem Selbstversuch à la Jackass, ist witzig aber auch erschreckend, wenn man die Fakten betrachtet: Fettsucht ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Todesursache in Amerika. Nach Aussagen des Rechtsanwaltes zweier adipöser Mädchen in einem Gerichtsverfahren, das diese gegen den Fast-food-Marktführer angestrengt hatten, sind die Fast-food-Restaurants in hohem Maße für diese "nationale Epidemie" mitverantwortlich. McDonald's weist diese Vorwürfe nicht nur vehement zurück, sondern stellt sogar lobend die ernährungsphysiologischen Vorzüge des eigenen Speisenangebots heraus. Die offenkundige Absurdität dieser Aussage nutzt Spurlock für seinen Film, indem er sie immer wieder mit der Wirklichkeit der Fast-food-Welt kontrastiert und so die Widersprüchlichkeit dieser Behauptungen der Fast-food-Restaurants aufdeckt.
Er entlarvt die Marketingtricks, mit denen Kinder "angefüttert" werden, die Gier nach immer mehr Essen und die Junkfood-"Kultur" in den Schnellrestaurants und Schulkantinen zwischen New York und Texas. Und gleichzeitig macht er sich selbst zum Versuchskaninchen eines Fressexperiments im Stil einer Body-Art-Performance. Tag für Tag fordert er seinen Körper, stopft sich voll bis zur Übelkeit, schonungslos beobachtet von der Kamera. Die Folgen der Big-Mac-Diät sind bald unübersehbar: Bauchschmerzen, Erbrechen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, depressive Verstimmung, verminderte Libido, erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck, krankhafte Leberveränderungen, gesteigerte Esslust und vor allem eine enorme Gewichtszunahme. 14 Monate brauchte er anschließend, um die Kilos wieder abzuspecken. Fazit: Essen kann ein Vergnügen sein, aber schlechtes Essen eine tödliche Gefahr.
Der Dokumentarfilm erhielt 2005 eine Oscarnominierung als bester Dokumentarfilm sowie den Preis für die beste Regie in der Kategorie Dokumentarfilm beim Sundance Filmfestival 2004. Außerdem bekam er den Preis des Verbandes der amerikanischen Drehbuchautoren für das beste Dokumentarfilmdrehbuch (2005) und zahlreiche weitere Auszeichnungen.

Wiederholungen:
11.04.2009 um 15:40

14 Februar 2009

Die unbarmherzigen Schwestern

20:15 Uhr Tele5

Montag, 16.02.2009

Die unbarmherzigen Schwestern

Meisterwerke

Drama, GB/Irland 2002, 110 Minuten, FSK 12

Regie: Peter Mullan

Darsteller: Geraldine McEwan, Anne-Marie Duff, Dorothy Duffy, Eileen Walsh, Nora-Jane Noone, Daniel Costello

Margaret, Bernadette und Rose werden in das Magdalenen-Heim abgeschoben. Dort straft man sie, wie die anderen weiblichen Insassen auch, unter unwürdigsten Umständen für sehr fragwürdige Sünden.

Authentische Geschichte. Unfassbar.

Auszeichnungen:
Goldener Löwe als bester Film 2002.

Kritik:
"Virtuos inszeniert und gespielt." (Lexikon des internationalen Films)
"Eine mutige, schonungslose Abrechnung mit dem Bösen hinter Robe und Nonnentracht, hinter Sonntagsanzug und Ehrbegriff."(filmszene.de)
"In seiner berechtigten radikalen Kritik an den Heimen und extrem autoritären Erziehungsanstalten sind die ‚Unbarmherzigen Schwestern’ ein leidenschaftliches Plädoyer für die Menschlichkeit. Die filmische Brillanz liegt in der düsteren Farbgebung, den knappen, zynischen Dialogen und großartigen schauspielerischen Leistungen…" (Kirsten Liese, verdi.de)

Hintergrund:
Eine Dokumentation über das harte Los der Magdalenen-Frauen inspirierte Regisseur Peter Mullan zu dem Film. Gleichzeitig wollte er seine Wut angesichts der dort herrschenden Ungerechtigkeit kanalisieren und öffentlich machen.

Die Magdalenen-Heime - benannt nach der biblischen Figur der ehemaligen Prostituierten Maria Magdalena, der Jesus ihre Sünden verzieh - wurden im 19. Jahrhundert in Irland als Zuflucht für in Ungnade gefallene Frauen gegründet. Anfang des 20. Jahrhunderts übernahm die katholische Kirche diese Einrichtungen und führte strenge Regeln ein. Die Aufsicht unterstand den Barmherzigen Schwestern (Sisters of Mercy), die die jungen Frauen bis zu zehn Stunden unbezahlter täglicher Arbeit zwangen. Der sonst so heilige Sonntag bildete keine Ausnahme. Hunger, Prügel und sexueller Missbrauch führten zu zahlreichen Ausbrüchen und in den 50er- und 60er-Jahren auch zu Aufständen. Einige der zehn irischen Anstalten wurden in den 70er-Jahren geschlossen, die letzte erst 1996.

26 Januar 2009

Gilbert Grape

Das mache ich ja eigentlich NIE; Spielfilme empfehlen.
Aber ausnahmsweise, weil es einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist:


Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa

Drama, USA 1993, 115 Minuten, FSK 6


TELE-5

20:15 Freitag, 30.01.2009

und Wdh:
14:10 Sonntag, 01.02.2009

Regie: Lasse Hallström

Darsteller: Jonny Depp, Leonardo DiCaprio, Juliette Lewis, Mary Steenburgen, Crispin Glover

GOTTSCHALKS STAR NACHT

Gilbert ist viel zu jung, um eine Familie zu ernähren. Doch irgendwo in Iowa bleibt ihm gar nichts anderes übrig. Seine überdimensional dicke Mutter, die zwei Schwestern und schließlich der geistig behinderte Arnie - sie alle sind seit dem Tod des Vaters von Gilbert abhängig. So hat der schon fast vergessen, wie sich Lebensfreude anfühlt – bis er Becky trifft.

Johnny Depp und Leonardo DiCaprio in einem fulminanten Meisterwerk.

Auszeichnungen (Auswahl):
Oscarnominierung für Leonardo DiCaprio.
Preis des National Board of Review für Leonardo DiCaprio.
Preis der Chicago Film Critics Association für Leonardo DiCaprio.

Kritik:
"Sensibel und humorvoll inszeniertes Porträt amerikanischen Kleinstadtlebens. Der bis in die Nebenrollen ausgezeichnet besetzte und eindringlich gespielte Film erreicht durch seine menschliche Haltung stellenweise spirituelle Qualitäten." (Lexikon des internationalen Films)

24 Januar 2009

Menschliches Versagen

21:50 Uhr, HEUTE 24.01.09 Bayern
Dokumentarfilm, D 2008
Regie: Michael Verhoeven


Menschliches Versagen

In seinem Film "Menschliches Versagen" geht der renommierte Autor und Regisseur Michael Verhoeven daran, anhand der konkreten Geschichten von Betroffenen den Vorgang der Ausgrenzung, Entrechtung, Enteignung und schließlich Deportation der jüdischen Mitbürger aufzuzeigen.

Menschliches Versagen

Das Ende des Holocaust, die brutale Auslöschung von Millionen von Menschenleben, ist - zumindest in seinen wichtigsten Fakten - bekannt. Viel weniger dokumentiert und bis heute viel weniger vorstellbar sind die Anfänge des Verbrechens mitten in einer "normalen" Gesellschaft.

In seinem Film "Menschliches Versagen" geht der renommierte, vielfach preisgekrönte Autor und Regisseur Michael Verhoeven daran, anhand der konkreten Geschichten von Betroffenen den Vorgang der Ausgrenzung, Entrechtung, Enteignung und schließlich Deportation der jüdischen Mitbürger aufzuzeigen.

Wie kann es sein, dass ein so eklatantes Unrecht durch immer neue Gesetze rechtsförmig gemacht wurde? Warum haben sich die damit befassten Behörden so intensiv, oft übereifrig am Holocaust beteiligt? Warum haben die meisten nicht-jüdischen Deutschen so wenig dagegen unternommen? Wie war es möglich, sie alle zu Komplizen zu machen? Warum hat es quer durch ein riesiges Reichsgebiet so wenig Mut zum Aufbegehren und so wenig Kraft zum Widerstand gegeben?

Der zentrale Themenbereich des Filmes ist die sogenannte "Arisierung" von jüdischem Eigentum und Vermögen, die vollständige Ausraubung der jüdischen Bevölkerung - die nach dem Krieg durch Rückerstattung oder Schadensersatz nur zu einem geringen Prozentsatz wieder "gut" gemacht worden ist.

Michael Verhoevens Film wirft die beunruhigende und bis heute beschämende Frage auf, in welchem Ausmaß die zivile Bevölkerung in Nazi-Deutschland zum Profiteur der systematischen Beraubung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland und in den besetzten Ländern geworden ist. Schwerpunkte dieser Spurensuche sind Köln und München.

14 Januar 2009

Ankündigung in eigener Sache.


Sechs Erwähnungen Anne Wills in meinem Hauptblog sind mehr als genug.

Die Talkshow „Anne Will“ ist ein perfider Beitrag zur Volksverdummung.

Geradezu gemeingefährlich - und das finanziert mit Gebühren zur besten Sendezeit. Normalerweise gucke ich die Sendung natürlich nicht mehr.

Letzte Woche machte ich bedauerlicherweise eine Ausnahme und tat mir das Thema Tabu Freitod - wer hat das Recht, Leben zu beenden? an.
Eingeladen waren neben Kusch auch der rechtslastige hardcore-Katholiban Bischof Mixa und Katrin Göring-Eckardt (Bündnis90/Die Grünen), streng christliche Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Vorstandsmitglied des Evangelischen Kirchentags.
Ich habe in den letzten Jahren so einiges an Absurditäten gesehen, immer wieder in meinem Blog darüber berichtet.
Aber ich Mixa hat einen neuerlichen Gipfelpunkt der konzentrierten gequirlten Scheiße von sich gegeben.
Haarsträubenderen Unsinn wird so schnell nicht wieder im Fernsehen zugegen sein. Ein Irrer ist natürlich schlimm - aber wenn dann die Moderatorin ausgerechnet eben diesen permanent devot anhimmelt, meistens nur ihn reden läßt und seine inhaltlichen Kontrahenten lächerlich macht, wird es unerträglich!
Sie verfuhr, wie bei den von mir scharf kritisierten Sendungen mit Rita Knobel-Ulrich und Egon Bahr: Den mit Abstand interessantesten gast ließ sie nicht zu Wort kommen und adorierte stattdessen die rechten Hohlhirne.

Nun ist Schluß damit, ich werde die Sendung selbstverständlich nie wieder ansehen - aber ich werde sie in Zukunft auch nicht mehr in meiner „TV am Sonntag“-Liste erwähnen, die stets am Freitag Abend an dieser Stelle gepostet wird. Wills Sendung und die Themen auch nur in einem fast nicht gelesenen Blog zu erwähnen, ist deutlich zu viel der Ehre.

Ich kann es mit meinem Gewissen nicht mehr verantworten den hirnerweichenden Blödsinn der selbstverliebten Anne Will zu bewerben.

Das war’s.

10 November 2008

Das Schweigen der Quandts

Mittwoch, 12. November 2008 um 21.45 Uhr


ARTE

Wiederholungen:
15.11.2008 um 14:50
Das Schweigen der Quandts
(Deutschland, 2007, 60mn)
NDR


Die Familie Quandt gehört zu den reichsten und einflussreichsten Familie Deutschlands und doch ist ihr Name vielen unbekannt. Ihr Konzernimperium umfasst Unternehmen wie BMW, den Pharmariesen Altana und den Batteriehersteller Varta - dies sind nur die bekanntesten Firmen. Den Grundstein für die mächtige Stellung des Konzerns legte Günther Quandt als Begründer des Familienvermögens zum Teil in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Dokumentation versucht anhand der Familiengeschichte der Quandts Einblicke in die Mentalität der industriellen Elite Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg ermöglichen.

Die Familie Quandt zählt zu Deutschlands reichsten und einflussreichsten Familien. Trotzdem ist ihr Name dem breiten Publikum nicht bekannt. Zum weltumspannenden Konzernimperium der Quandts zählten in den vergangenen 100 Jahren Unternehmen wie Altana, Milupa, Varta und - bis heute - die Industrie-Ikone BMW.
Doch die Quandts verbargen bislang ihre Familiengeschichte und die Herkunft von Teilen ihres Vermögens. Die Firmenarchive blieben Journalisten und Historikern verschlossen. Für "Das Schweigen der Quandts" recherchierten die Filmemacher Eric Friedler und Barbara Siebert über fünf Jahre lang in Archiven im In- und Ausland. Mit Hilfe der zusammengetragenen Dokumente ist es ihnen gelungen, Stück für Stück die Herkunft von Teilen des Familienvermögens offen zu legen. Das Fazit: Die Quandts nutzten seinerzeit offenbar wirtschaftliche Vorteile, die der Nationalsozialismus ihnen bot. KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter ermöglichten Profite und den Konzernausbau. Das belegen unter anderem Aussagen Überlebender des Konzentrationslagers Hannover-Stöcken. Die Vermögenszuwächse, die die Quandts zwischen 1933 und 1945 erzielten, begründeten zum Teil auch den Aufstieg in der deutschen Nachkriegswirtschaft.
Die Filmemacher haben mit dieser ersten Dokumentation über die Geschichte der Familie eine Mauer des Schweigens durchbrochen - mit Erfolg: Wenige Tage nach der Erstsendung des Films, am 30. September 2007 in der ARD - erklärten die Erben der Familie gemeinsam, sie seien sehr bewegt. Nun will die Familie ihre Geschichte im "Dritten Reich" aufarbeiten.

05 September 2008

Fahrenheit 9/11

kabel eins

09.09.2008,
20:15 Uhr (119 min)

Michael Moores "Fahrenheit 9/11" beschäftigt sich u. a. mit der verhängnisvollen Verbindung der Familie Bush mit Top-Terrorist Osama Bin Laden und überzeugt durch die Brisanz der Fakten ebenso wie durch die große Emotionalität und ehrliche Empörung seines Machers. Der Oscar-Gewinner gibt nie vor, ein unbeteiligter Beobachter der Anschläge vom 11. September 2001 zu sein - er bezieht klar Stellung gegen die Politik der gegenwärtigen US-Regierung ...

17 August 2008

Dancer In The Dark

Dienstag, 19. August 2008, 23.00 Uhr, NDR

Dancer In The Dark

(Dänemark / Schweden / Frankreich)

Dancer In The Dark

Ein Melodram und ein modernes Musical: Die nach Amerika ausgewanderte tschechische Textilarbeiterin Selma leidet an einer Augenkrankheit, die zur vollständigen Erblindung führt. Ihrem ebenfalls daran erkrankten Sohn Gene will sie dieses Schicksal ersparen. Um die dafür notwendige Operation zu finanzieren, nimmt sie neben ihrem Fabrikjob zusätzlich Heimarbeit an und spart jeden Dollar. In ihrer wenigen freien Zeit probt sie zusammen mit ihrer Freundin Kathy in einer Laientruppe für ein Musical. Wenn ihr das Leben zu hart wird, flüchtet sie in die Welt der Musik.
Doch Selmas kleiner, privater Lebensplan droht zu scheitern, als sie in der Fabrik entlassen wird und ihre Krankheit schneller voranschreitet, noch bevor sie das nötige Geld für die Operation zusammen hat. Sie wird zur Mörderin auf Verlangen an ihrem Nachbarn und Vermieter, dem Polizisten Bill.

mit
Selma - Björk
Kathy - Catherine Deneuve
Bill - David Morse
Jeff - Peter Stormare
Norman - Jean-Marc Barr
Linda - Cara Seymour
Morty - Jens Albinus
Suzan - Katherine Falkenberg
Judge - Reathel Bean


Regie: Lars von Trier
Kamera: Robby Müller
Musik: Björk
Drehbuch: Lars von Trier

02 August 2008

We feed the world - Essen global

Das Erste | Dienstag, 05.08.2008 | 22:45 Uhr


Film von Erwin Wagenhofer
Was können wir tun, damit Tomaten wieder nach Tomaten schmecken? Brauchen wir Erdbeeren im Dezember und Spargel zu jeder Jahreszeit? Was können wir noch essen und trinken? Wie gehen wir mit unseren Lebensmitteln um und zu welchem Preis? "We feed the world" behandelt all diese Themen, die für jeden Einzelnen von uns immer brisanter und wichtiger werden.
Erwin Wagenhofer machte sich auf die Spur unserer Lebensmittel. Sie führte ihn nach Frankreich, Spanien, Rumänien, Brasilien und zurück nach Österreich. Ein Film über Ernährung und Globalisierung, Fischer und Bauern, Fernfahrer und Konzernlenker, Warenströme und Geldflüsse - über den Mangel im Überfluss.
Der österreichische Kinodokumentarfilm "We feed the world" wurde weltweit auf Festivals eingeladen und mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Österreichischen Filmpreis 2006.

Die Blechtrommel

Das Erste | Sonntag, 03.08.2008 | 23:30 Uhr

Spielfilm Deutschland/Frankreich 1979
Personen:
Roland Teubner-Mario Adorf
Agnes Matzerath-Angela Winkler
Oskar Matzerath -David Bennent
Jan Bronski-Daniel Olbrychski
Maria-Katharina Thalbach
Gemüsehändler Greff-Heinz Bennent
Bebra-Fritz Hakl
Roswitha Raguna-Mariella Oliveri
Anna-Tina Engel
Oma Anna-Berta Drews
Joseph Koljaiczek-Roland Teubner
und andere

Musik: Maurice Jarre
Kamera: Igor Luther
Buch: Jean-Claude Carriere, Volker Schlöndorff und Franz Seitz
Regie: Volker Schlöndorff
Laufzeit: 139 Min.

Von Anfang an ist der 1924 in Danzig geborene Oskar Matzerath ein ungewöhnliches Kind. Mit drei Jahren stellt er aus Protest gegen die Welt der Erwachsenen sein körperliches Wachstum ein. Dafür schlägt er mit Inbrunst die weißrote Kindertrommel, die ihm seine Mutter zum dritten Geburtstag geschenkt hat. Trommelnd und als Schreihals mit unglaublicher Stimmkraft bekundet Oskar Matzerath fortan sein Missfallen an einem befremdlichen Treiben, dem er sich höhnisch verweigert ...
Volker Schlöndorffs mehrfach preisgekrönter Film entstand nach dem berühmten gleichnamigen Roman von Günter Grass und ist ein Panorama deutscher Vorkriegsgeschichte und der Kriegszeit; er erhielt als erster deutscher Spielfilm einen Oscar.
*
Anna (Tina Engel), eine junge Bäuerin aus der Kaschubei, kommt auf ungewöhnliche Weise zu Mann und Tochter. Später heiratet diese Tochter - Agnes (Angela Winkler) - die rheinische Frohnatur Alfred Matzerath (Mario Adorf) und betreibt mit ihm einen Kolonialwarenladen im Danziger Vorort Langfuhr. Doch Alfred ist nicht der einzige Mann in ihrem Leben, sie schenkt ihre Gunst auch ihrem Vetter Jan Bronski (Daniel Olbrychski). So sind beide Männer für die Vaterschaft in Betracht zu ziehen, als Oskar Matzerath (David Bennent) im Spätsommer 1924 geboren wird. Der ungewöhnliche Junge kann es kaum erwarten, drei Jahre alt zu werden, weil seine Mutter ihm für diesen Geburtstag eine Blechtrommel versprochen hat. Andererseits missfällt ihm das Treiben der großen Leute so gründlich, dass er an besagtem Geburtstag beschließt, von Stund an keinen Fingerbreit mehr zu wachsen. Ein arrangierter Sturz von der Kellertreppe liefert die vermeintliche Erklärung dafür; ganz unerklärlich bleibt dagegen Oskars bald darauf entdeckte Fähigkeit, mit der bloßen Kraft seiner Stimme Glas zum Zerspringen zu bringen.
Schreiend und trommelnd betätigt Gnom Oskar sich fortan als Störenfried in der ungeliebten Welt spießig-gefährlicher Erwachsener. Er bringt Nazi-Aufmärsche durcheinander und seine beiden mutmaßlichen Väter ins Grab. Er schwängert seine Stiefmutter Maria (Katharina Thalbach) und umarmt die entzückende Liliputanerin Roswitha Raguna (Mariella Oliveri). In einem Fronttheater am Atlantikwall produziert er sich als Artist; immer aber bleibt er dabei der höhnische Zwerg, der die Welt auf den Kopf stellt ...
Anders als der berühmte Roman aus dem Jahre 1959 endet dieses „sehr deutsche Fresko" (Schlöndorff) bei Kriegsende. Neben dem Oscar 1980 für den besten ausländischen Film erhielt „Die Blechtrommel" in Cannes die Goldene Palme. Die internationale Kritik war vor allem fasziniert vom Spiel des jungen David Bennent, der - selbst kleinwüchsig - den unheimlichen Trommler Oskar verkörpert.